März 25, 2021

Die Tool-Evaluation ist für Sie als Remote Leader eine wichtige Führungsaufgabe, um die wegfallende vor Ort Kommunikation digital zu kompensieren. Dabei kommen Sie unweigerlich mit den verschiedenen Facetten einer solchen Beschaffung und Integration in Berührung.

Möglichkeiten vs. Dienlichkeit

Die Herausforderungen die richtigen Tools zu finden sind vielschichtig. So gibt es eine kaum zu überblickende Menge an Tools, wie Sie die Remote Kommunikation gestalten können. Auf der anderen Seite gibt es Bedürfnisse, welche mit einem solchen Tool zu decken sind. Dann sind da noch die internen IT-Richtlinien und Budgetvorgaben. Zusätzlich sollten Sie selbst die Tools anwenden sowie deren Benutzung Ihren Mitarbeitern vermitteln können. 

Pragmatisches Vorgehen ist gefordert

Die IT-Abteilungen sind durch die schlagartige Umstellung zu Remote Work oft überlastet und daher nicht in der Lage, zeitnah die benötigten Tools zu beschaffen. Das ist der Grund, weshalb für Sie als Remote Leader die Tool-Evaluation zu einer Führungsaufgabe wird.

Nehmen wir an, Sie sind auf der Suche nach einem virtuellen Whiteboard, um ihre Workshops wieder interaktiv gestalten zu können. Sie werden im Internet unzählige Lösungen finden - angefangen beim Microsoft Whiteboard, über Miro, Mural, Jamboard und wie sie alle heissen. Es gilt nun ein passendes Tool zu identifizieren, welches im Idealfall sogar die IT-Richtlinien erfüllt:

  • Erstellen Sie eine Liste mit groben Anforderungen, welche Sie an das Tool haben. In unserem Beispiel können Sie Schritt für Schritt durch den Ablauf eines Workshops gehen und überlegen, welche Funktionen Sie zwingend benötigen.
  • Teilen Sie sich diese Gedanken unbedingt mit Ihrem Team. Damit nehmen Sie Ihr Team mit in die Entscheidungsfindung, können die Bedürfnisse abholen und schaffen eine hohe Akzeptanz gegenüber dem späteren Toolentscheid.
  • Informieren Sie die IT-Abteilung über Ihren Toolentscheid. Hierbei stellen Sie sicher, dass Ihre Wahl nicht gänzlich unpassend ist und geben der IT die Möglichkeit, dieses Tool im Detail zu prüfen.

Zurück zum (digitalen) Alltag

Sobald Sie das passende Tool gefunden haben, ist dieses so rasch als möglich in Ihre digitale Zusammenarbeit zu integrieren. Es hat sich bewährt, quasi mit dem Sprung ins kalte Wasser zu starten. In unserem Fall nutzen Sie das Whiteboard gleich bei Ihrer nächsten Besprechung. So lernen Sie als Team sehr schnell die wichtigsten Funktionen kennen und können Ihre Abläufe optimieren. Ziel ist, dass Sie sich nach dieser Angewöhnungsphase wieder vollkommen auf Ihr Geschäft und dessen Inhalte konzentrieren können.

Wenn es anders kommt

Es kann passieren, dass Sie ein Tool seit längerem einsetzen und nun von der IT ein anderes Tool bevorzugt wird. Im ersten Moment löst dies bei Ihnen wohl kaum Begeisterung aus - aber mit etwas Distanz betrachtet ist dies halb so wild. Viel wichtiger, als welches Tool sie gerade benutzen ist der von Ihnen und Ihrem Team gestaltete virtuelle Arbeitsprozess. Dieser wird sich auch bei einem Wechsel des Tools nicht massgeblich ändern - Sie haben bloss vor gespurt.

Entscheiden als Führungskompetenz

In einer Phase, in welcher vieles ungewiss ist und sich Dinge fast täglich ändern ist es wichtig, dass Sie als Remote Leader Ihren Mitarbeiter ein sicheres Arbeitsumfeld geben können. Dazu gehört auch, dass Sie Entscheidungen treffen. Mag sein, dass Sie wie vorhin erwähnt ein Tool wechseln müssen – nichtsdestotrotz haben Sie mit Ihrem Entscheid in der Zwischenzeit dafür gesorgt, dass Ihr Team Kundenwert unter den bestmöglichen Bedingungen schaffen kann.

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  1. Hoi Georges

    Ich sehe die Wichtigkeit von Toolentscheiden wie Du und ich mag insbesondere die Unterscheidung von Möglichkeit (was im Prospekt steht) und Dienlichkeit (was wir wirklich brauchen). Ich denke, Du hast den Mittelteil etwas zu stark vereinfacht: "Teilen Sie sich diese Gedanken unbedingt mit Ihrem Team. Damit nehmen Sie Ihr Team mit in die Entscheidungsfindung, können die Bedürfnisse abholen und schaffen eine hohe Akzeptanz gegenüber dem späteren Toolentscheid."

    Ganz so einfach ist das nicht: mit der Mitteilung eigener Gedanken ist noch niemand mitgenommen. Wir wissen ja: gehört ist nicht verstanden und verstanden ist nicht einverstanden. Mit ein paar einfachen Methoden aus dem User Experience Design (Stakeholder Map, User Journey) kommst Du da wesentlich weiter.

    Herzliche Grüsse
    Bernhard

    1. Hoi Bernhard

      Danke für Deinen Kommentar.
      Da bin ich voll und ganz mit Dir – für mich war im Bericht wichtig darauf hinzuweisen überhaupt die Mitarbeiter mit einzubeziehen, da dies leider nicht immer der Fall ist.

      Herzliche Grüsse
      Georges

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