März 18, 2021

Der Arbeitsweg in der Schweiz betrug im Jahr 2017 laut Bundesamt für Statistik durchschnittlich 30.6 Minuten. Heute brauchen viele von uns gerade mal noch 1-2 Sekunden - vom Arbeitszimmer in den Wohnraum. Nicht weiter schlimm, mögen Sie denken. Was aber geschieht mit dem Ärger, den Sie gerade eben mit einem Kunden oder Mitarbeiter hatten?

Wegfall mentaler Pufferzeit

Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht - mir gelingt es zumindest nicht immer, den Schalter von Geschäft auf Privat ohne weiteres umzustellen. Andersherum genauso. Früher, als ich noch mit dem Zug zur Arbeit gefahren bin, war dies viel einfacher. Ich nutzte die Reisezeit für eine letzte E-Mail, zum Nachdenken, um mich auf das Kommende vorzubereiten oder schlicht für ein Nickerchen. Auf diese Weise konnte ich meine emotionalen Altlasten verarbeiten.

Mentale Mehrbelastung

Es sind die feinen, kleinen Dinge, welche die Onlinearbeit anstrengend machen. Fehlende nonverbalen Impulse, fehlender direkte Blickkontakt, sich ständig in der Selbstansicht zu sehen sind nur einige Faktoren, welche zu einer mentalen Mehrbelastung führen. Konzentrationsprobleme, Müdigkeit, Gereiztheit sowie Kopf- Rücken- oder Magenschmerzen machen sich bemerkbar.

Dazu kommen noch Ablenkungen wie der Briefträger der an der Türe klingelt, die Tochter die Sie mit Fragen löchert und der Hund, welcher Sie schon ganz freudig zum nächsten Spaziergang auffordert.

Und zu allem an fehlt Ihnen auch noch die Möglichkeit, dies auf dem Arbeits- oder Nachhauseweg zu verarbeiten. Doch wie können Sie diesen Umstand positiv beeinflussen?

Neue Auszeiten schaffen

Auf die Dauer müssen Sie sicherstellen, dass Sie wieder zu mehr Erholungsphasen kommen. Kurze Auszeiten, die alleine Ihnen gehören. Was Sie dazu brauchen ist ein wenig Kreativität. Oder Sie versuchen einfach mal den einen oder anderen Punkt auf der folgenden Liste aus:

  • Drehen Sie vor und nach der Arbeit eine Runde mit dem Fahrrad oder machen einen Spaziergang (10-15 min.).
  • Starten und beenden Sie Ihren Arbeitstag mit einer Kurzmeditation, z.B. für 7 Minuten.)
  • Schreiben Sie ein 6-Minuten Tagebuch.
  • Nutzen Sie die ersten 30 min. nach der Arbeit, um Ihren Garten oder Ihre Zimmerpflanze zu pflegen.
  • Lesen Sie ein paar Seiten in einem Roman oder hören Sie einen Podcast.
  • Zupfen Sie für ein paar Minuten die Saiten Ihrer Gitarre.
  • Setzen Sie sich nach draussen, trinken Sie einen Tee und lauschen Sie den Geräuschen.

Das Ziel all dieser Handlungen dient einem einzigen Zweck – Ihr emotionales Gleichgewicht wieder zu erlangen.

Keine Frage der Hierarchie

Was für Sie als Führungskraft zutrifft, wird genauso bei Ihren Teammitgliedern der Fall sein. Je nach Funktion und Umfeld stecken diese Personen noch viel tiefer in der Falle der emotionalen Altlasten. Aus diesem Grund ist es für Sie als Remote Leader eine wichtige Aufgabe, dafür zu sorgen, dass auch Ihre MitarbeiterInnen wieder ihr emotionales Gleichgewicht finden. Ihre Crew wird es Ihnen mit neuer Frische und Tatkraft verdanken.

Ausblick

Mehr zu den Aspekten des digitalen Führungsumfelds erfahren Sie in den weiteren Blogs. Eine Übersicht zu diesem Thema erhalten Sie mit der #RemoteLeadership Map.

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